Wir glauben oft, unsere eigenen Erfahrungen seien nicht „spektakulär“ genug, um aufgeschrieben zu werden. Wir warten auf den großen Roman, den perfekten Moment oder eine Geschichte, die die Welt verändert.
Dabei vergessen wir, dass die kostbarsten Schätze einer Familie oft in den kleinen, alltäglichen Details liegen.
Wie ich dir neulich erzählte, war das Schweigen in meiner Familie wie eine Mauer. Was ich heute besitze, sind Fragmente – ein Ring, ein verblasstes Foto, ein Randvermerk in eleganter Handschrift. Diese Lücken zu füllen, ist mühsame Detektivarbeit.
Genau deshalb möchte ich dich heute ermutigen: Werde selbst zum Hüter von Geschichten.
Es ist dabei ganz gleich, ob du die verblassten Spuren deiner eigenen Familiengeschichte sicherst, den Lebensweg einer lieben Freundin dokumentierst oder eine gänzlich fiktive Welt erschaffst, die in deinem Geist lebendig geworden ist.
Jede Geschichte, die den Weg aufs Papier findet, ist ein Sieg über das Schweigen. Es muss kein literarisches Meisterwerk sein. Es muss nur real sein. Wenn du die flüchtigen Momente, die Eigenheiten der Menschen um dich herum oder die Träume, die deine Nächte heimsuchen, festhältst, schaffst du etwas Bleibendes.
Eines Tages werden diese Zeilen die „Poesie der gefundenen Objekte“ für jemand anderen sein.
Ich lade dich ein: Such dir einen ruhigen Moment, nimm ein Blatt Papier und fang einfach an. Denn was nicht aufgeschrieben wird, geht irgendwann verloren.
Wo würdest du heute beginnen?
Viviane A. Grabik
